Die 4 Bewohner unserer WG mit Behinderung
Marie, Paul und Erhan
Wir, das sind Marie, Paul und Erhan, vier junge Menschen, die aufgrund einer überwiegend körperlichen Beeinträchtigung auf Hilfen im täglichen Leben angewiesen sind. Wir haben eine Wohngemeinschaft gegründet, da es für uns derzeit nur zwei Wohnformen gibt:
- Entweder wohnen wir in unserem familiären Umfeld, in dem unsere Eltern, Geschwister etc. uns unterstützen und dies zu Lasten ihrer eigenen und letztlich unserer Bedürfnisse.
- Oder wir sind einer von vielen Bewohner*innen eines Pflegeheims, in dem die Strukturen fest umrissen und kaum änderbar sind. (Und: in NRW gibt es kaum geeignete Wohnheime für jüngere Menschen mit körperlicher Behinderung)


Marie Ellereit
Dinge, die mir im Zusammenleben besonders wichtig sind:
Humor, gute Gespräche, gemeinsames Kochen
Mein Lebensmotto:
Keep calm and carry on!
Hallo, ich heiße Marie und bin 36 Jahre alt. Mit Mitte 20 bin ich an einem Hirntumor erkrankt. Dieser konnte zwar geheilt werden, ich brauche aber seither eine barrierearme Umgebung in meinem Alltag. Vor der Erkrankung habe ich vier Jahre in Maastricht und in Köln studiert. Ich habe das Leben in WGs sehr gemocht, den Austausch und auch das gemeinsame Kochen und Essen. Darum hatte ich auch nach meiner Erkrankung den Wunsch eine WG mit anderen Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu gründen. Mein Studium musste ich wegen der Erkrankung abbrechen.
Ich interessiere mich u. a. für Sprachen, Kunst und Politik. Ich mag das Leben in der Großstadt, fahre viel Fahrrad und treibe gerne Sport. Ursprünglich komme ich aus Bremen und bin mit drei Geschwistern aufgewachsen, Familie und Freunde sind mir wichtig. Ich bin sehr gerne unter Menschen, brauche aber auch immer wieder meinen Rückzugsraum.

Paul Haurand
Dinge, die mir im Zusammenleben besonders wichtig sind:
Austausch, direkte & offene Kommunikation, gemeinsam Lachen
Mein Lebensmotto:
„Nichts kann existieren ohne Ordnung. Nichts kann entstehen ohne Chaos.“ – Albert Einstein
Hallo. Ich bin Paul, 30 Jahre alt und habe ein Bachelorstudium in Englisch und Geschichte abgeschlossen. Ich interessiere mich für Sprachen, Geschichte, Politik, Kulturen und Musik. Ich lese gerne Bücher, gucke Dokumentationen, höre viel Rock und Metal und besuche gerne Konzerte Außerdem spiele ich gerne Badminton und erkunde neue Restaurants in Köln. In der Vergangenheit habe ich das Konzept von Wohngemeinschaften kennen und schätzen gelernt. Ich bin gerne unter Menschen, genieße aber auch die Möglichkeit, meinen Rückzugsort zu nutzen.
Ich habe eine infantile Zerebralparese, kann meinen Alltag aber selbstständig gestalten. Aufgrund von Autismus brauche ich viel Struktur in meinem Leben. Hierbei unterstützen mich Assistenzen zu Hause.

Erhan Karadag
Dinge, die mir im Zusammenleben besonders wichtig sind:
Offene Kommunikation und eine gute Zeit
Mein Lebensmotto:
„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ – Bertolt Brecht
Hi, ich bin Erhan, 27 Jahre alt, und komme aus Salzgitter. Ich lebe mit einer seltenen Knochenkrankheit, die mich optisch wie einen Jugendlichen wirken lässt – obwohl ich eigentlich eher wie Mitte 30 aussehe. Das sorgt im Alltag oft für witzige Situationen.
Humor ist für mich ein Ventil – ich lache viel, gerne auch über mich selbst, und verarbeite viele meiner Erfahrungen über Comedy und Social Media.
Ich komme aus einer großen Familie, was sicher zu meiner offenen, warmherzigen Art beigetragen hat. Ich bin ein geselliger Typ, liebe es, unter Leuten zu sein, mich kreativ auszuleben und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Mein Ziel war und ist es immer, mein Leben so selbstbestimmt wie möglich zu führen – trotz Einschränkungen.
Beruflich orientiere ich mich aktuell Richtung, Medien und Comedy um– In meiner Freizeit gehe ich gerne essen, entdecke neue Orte und tüftle an kreativen Ideen für Social Media

